Männer wohnen anders

Männer wohnen anders

Zusammenfassung: Das Männer und Frauen verschieden sind ist kein neuer Hut. Doch wie drückt sich das beim Lifestyle Wohnen aus? Im folgenden Artikel geht Wohnpsychologe Uwe Linke näher auf das Thema ein – Männer wohnen anders.

Herr Linke, was macht eigentlich ein Wohnpsychologe?

Ich erstelle mit meinen Kunden Wohlfühlkonzepte und gehe dazu in die Woh­nungen, um herauszufinden, ob Möbel, Farben und Materialien zu ihrem Charakter und ihren Sehnsüchten passen. Und was tun Sie, wenn die Wohnung nicht zum Bewohner passt? Unser Zuhause sollte ein Ort sein, an den wir uns zurückziehen können, wo wir vor äußeren Einflüssen geschützt sind. In meiner Beratung geht es fast immer um Veränderung. Allerdings nicht da­ rum, einfach nur schön umzudekorieren, sondern den Bewohner in seiner Einrichtung sichtbar zu machen!

Lesetipp: Mehr Aspekte zum Thema finden Sie in diesem interessanten Artilel zu modernen Wohnkonzepten.

Lifestyle Männer - Wohnen

Zu diesem Thema nehmen Sie die Einrichtung alleinlebender Männer unter die Lupe. Was haben Sie herausgefunden?

Dass eine Wohnung sogar Aufschluss darüber geben kann, ob ein Single bereit ist, sein Leben wieder mit Jemandem zu teilen. Oder ob er nach dem langen Alleinsein längst andere Prioritäten gesetzt hat. Steht etwa am Esstisch nur ein Stuhl, ist ziemlich wahrschein­ lich, dass er eigentlich kein Gegenüber sucht. Da wird es für eine Frau schwer sein, ihren Platz zu finden.

Wie sieht eine typische Männerwohnung aus?

Männer bevorzugen stabile Möbel aus Stahl, Chrom und massivem Holz. Ihnen sind funktionale Gesichtspunkte wichtig, dass die Ma­terialien unempfindlich und strapazierfähig sind. Ein Grund dafür, dass fast in jeder Männerwohnung ein dunkles Ledersofa steht.

Was kann ich daraus schließen? Dass Männer eher praktisch veranlagt sind?

Solche Materialien verkörpern Werte, die Männer gern selbst für sich in Anspruch nehmen: Ich bin stark, ich halte etwas aus. Das kann stimmig sein, muss es aber nicht. Manche kompensieren mit so einem Stil auch genau das Gegenteil. Wenn sie eher der kusche­lige Typ sind, so aber nicht wahrgenommen werden wollen, wäh­len sie harte Materialien, um ihr wahres Ich zu verdecken.

Wie merke ich, ob eine Wohnung "echt" ist oder nur Inszenierung?

Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse. Nicht jedes Möbelstück oder Accessoire ist verräterisch. Erst wenn mehrere Dinge in eine gleiche Richtung weisen, offenbart sich ein Wesenszug des Bewohners. Schauen Sie sich die Farben an, die er verwendet hat. Sind sie kon­trastreich? Oder Ton in Ton? Es geht darum, den Gesamteindruck der Einrichtung in Beziehung zum Charakter zu setzten. Interes­sant ist auch die Frage, ob die Wohnung zumindest ein bisschen so aussieht, wie Sie es erwartet haben, oder ganz anders.

Wohnungseinrichtung für Männer

Aber in Ihrem Buch sprechen Sie doch von einem "verräterischen Detail"!

Ja. Dieses "verräterische Detail" gibt es tatsächlich. Aber danach muss man meist etwas länger suchen. Es ist das Authentischste in der Wohnung und lüftet den Schleier, den wir oft unbewusst über­ streifen, um vorteilhafter zu wirken, als wir sind. Wie finde ich diesen Schlüssel zu seiner Persönlichkeit? Entweder ist es ein Gegenstand, der gar nicht in das Bild passt, das ich mir von dem Mann gemacht habe. Oder es ist genau das Detail, das meinen Eindruck abrundet, vervollständigt: Ein Foto an der Wand oder ein unerwarteter Stilbruch.

Wo lohnt es sich, genauer hinzuschauen?

Bett und Schlafzimmer erzählen viel über die Sehnsucht nach Nähe. Ist das Licht verführerisch weich? Oder so hart, dass man auch ja alles im Kleiderschrank findet? Bietet das Zimmer Raum für Intimität oder steht das Bett zwischen regal und Heimtrainer?

Wenn ich schon beim Betreten seiner Wohnung weiß: "Nein, dieser Stil passt gar nicht!", ich ihn aber trotzdem nett finde, was dann?

Dann sind Sie wahrscheinlich auf eines Ihrer Beuteschemata rein­gefallen. Denn beim "Richtigen" stimmt innerer und äußerer Ein­druck weitgehend überein.

Aber man kann sich einander doch annähern, auch geschmacklich.

Vielleicht. Aber Sie könnten solche Differenzen auch als Hinweis sehen, dass es Männer gibt, die besser zu Ihnen passen.

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