Aus diesen Gründen meiden Männer den Arztbesuch

Warum Männer nicht gern zum Arzt gehen

Zusammenfassung: Die Aussetzer im Bett in letzter Zeit? Werden schon von alleine wieder verschwinden. Der Husten der schon seit Wochen da ist? Kein Grund zur Panik. Wenn es um Arztbesuche geht, gelten Männer immer noch als eher zurückhaltend. Aber warum ist das so?

Inhaltsverzeichnis

Warum gehen Männer nicht zum Arzt?

Dieser Frage ging eine Umfrage aus den USA nach. Meinungsforscher wollten von Teilnehmern wissen, welche Aussagen für sie gegen die Vereinbarung eines jährlichen Hausarzttermins sprechen. Vor allem Männer zwischen 18 und 44 stimmten der Aussage zu, sie seien zu beschäftigt. Viele äußerten auch Angst vor einer schlimmen Diagnose und wollten keine unangenehmen Untersuchungen, etwa an der Prostata, über sich ergehen lassen.

Keine Zeit?

Die Keine-Zeit-Ausrede istunentschuldbar. Männer könnten pro Woche mehrere Stunden mit Sport-Gucken verbringen, da müssten sie auch für eine Untersuchung Zeit aufbringen können.

Viele haben Angst vor der Diagnose

Es ist immer wieder zu beobachten, dass manche Patienten und insbesondere auch Männer nicht zum Arzt gehen, weil sie schlichtweg Sorge vor der Diagnose haben, erklärt der Sprecher des Deutschen Hausärzteverbands, Vincent Jörres. Wichtig sei ein «langjähriges Vertrauensverhältnis» zum Arzt – dann falle es Patienten leichter, bestimmte Beschwerden anzusprechen.

Auch Wartezeit schreckt Männer ab

Gut belegt sei für Deutschland jedoch, dass gerade die Wartezeit beim Arzt Männer abschrecke, sagte Theodor Klotz, Vorstand der Stiftung Männergesundheit. Sie wollten es vermeiden, lange mit Menschen zusammenzusitzen, die über Krankheiten sprechen. Erfolgreiche Vorsorgepraxen böten deshalb Terminsprechstunden an. Die neue Telemedizin macht es auch möglich, dass man(n) sein Rezept online bestellen kann.

Männer gehen spät zum Arzt

Auch hätten Männer ein anderes Körpergefühl als Frauen: Der Körper werde eher als Werkzeug betrachtet, sagte Klotz. Männer gehen, da sind sich Experten einig, vergleichsweise spät zum Arzt: Wenn etwas sehr weh tut und es unbedingt sein muss.

Männer schätzen eigene Gesundheit als gut ein

Im Männergesundheitsbericht 2014 kommen Experten des Robert Koch-Instituts zu dem Schluss, dass Männer ihre Gesundheit häufiger als gut oder sehr gut einschätzen. Mögliche Erklärung: Männer nehmen körperliche Symptome weniger wahr oder reden weniger darüber.

Junge Männer gehen häufiger

Experten sehen aber auch Generationsunterschiede: Während bei den Über-70-Jährigen noch ein traditionelles Verständnis vorherrsche, habe sich das bei den gesundheitsbewussten 40- bis 60-Jährigen in den vergangenen 10 bis 15 Jahren gewandelt: Der Besuch beim Männerarzt oder Urologen sei inzwischen enttabuisiert.

Viagra-Effekt als Türöffner

Der Wandel hat für Klotz eine Ursache: Er spricht vom «Viagra-Effekt». Das Mittel gegen Erektionsstörung ist in den 90er Jahren ein Türöffner gewesen, so dass sich vermehrt Männer mit Erektionsstörungen in ärztliche Behandlung begaben und Ursachen wie Depression oder Übergewicht erkannt wurden. Vorher musste der Mann funktionieren.. Impotente seien zum Psychiater geschickt worden.

Umgang mit Gesundheit kostet Lebenszeit

Der Umgang mit der eigenen Gesundheit kostet die Männer auch Lebenszeit – wie viel, weiß man nicht genau. Statistisch betrachtet leben Frauen fünf Jahre länger als Männer. Das hat aber viel zu tun mit den Lebensumständen: Männer sterben jünger, weil sie beruflich wie privat riskanter leben. Bei einer Studie zur Lebenserwartung von Brüdern und Schwestern im Kloster lebten Frauen nur ein Jahr länger, wie Klotz sagte. Seiner Ansicht nach holen die Männer auch im «normalen» Leben auf.

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